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Eine weitere erfolgreiche Wandlung des Elektro-Pop Trips aus England!
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Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Heartland (Audio CD) Vom typisch englischen office girls u. Schulmädchen look in den Anfängen der Karriere Client's über Retro-Stewardessen Outfits zu "City" Zeiten bis hin zu gewagten, knappen, schwarzen Lederkostümen. Die optische Präsentation von Client ist ähnlich wie der typische Sound präzise kalkuliert und aufeinander abgestimmt. Das Debütalbum "Client" war von minimalistischen aber frischen und eingängigen Elektro-Sounds geprägt, das Album wurde angeblich im eigenen provisorischen Studio zu Hause bei Komponistin und Chef Klientin Kate aufgenommen, damals noch mit moralischer und tatkräftiger Unterstützung von Depeche Mode's Andy Fletcher, der die beiden girls unter Plattenvertrag nahm.
Das zweite Album "City" perfektionierte die kühlen, eleganten Melodien mit intelligenten, oft traurigen und teilweise auch leicht frivolen Texten über "Pornography" und Refrains wie "Just give me love, just give me sex, just give me money". Musikalisch setzte man auf den Einsatz von analogen Synths und drum machines, die Gitarre wurde beim ersten Album spärlich, beim zweiten überhaupt nicht eingesetzt.
Mit dem Zuwachs des dritten Client girls "Emily Strange" bzw. Client E im Jahre 2006 veränderte sich nicht nur das Image sondern auch die Musik. Grundlegend betrachtet ist Client's neuer Sound auf "Heartland" immer noch lupenreiner Pop mit stark elektronischen Einflüssen, aber es wurde vielschichtiger und bombastischer produziert. Die Gitarre wurde wieder aus dem Schrank geholt (zu meinem persönlichen Leidwesen) und die drum machine mit richtigem Schlagzeug ersetzt. Herausgekommen ist ein durchaus beeindruckender, organisch klingender Sound, der sich nach ein paar Anläufen langfristig ins Gehör brennt. Laut "Ober"-Client Kate sind die Referenzen für das neue Album "New Order, Nine Inch Nails, DAF und Sisters of Mercy" und das ist auch deutlich und nachvollziehbar bemerkbar. Bei "Where has the Rock'n Roll Gone" wird schon mal "Hey now, hey now" von "This Corrosion" (Sisters of Mercy) geborgt und bei der zweiten Vorabsingle "Drive" sind New Order Sound ähnliche Basslines festzustellen.
Auch die Texte sind laut Client "dirtier" geworden, was man nur bestätigen kann. "Nette" Textzeilen wie "You look good on your knees, you can look but can't touch" verstärken das unnahbare Domina Image, das sich Client in der letzten Zeit aufgebaut haben. Trotz der alles umfassenden Coolness und "F..k off" Mentalität des Albums ist Platz für herzergreifende und traurige Dramatik wie auf dem Titeltrack des Albums "Heartland". "I was never a loner, I was always alone" lamentiert Sängerin Sarah alias Client B herzergreifend. Dieser sehr eingängliche und dennoch düstere Song stimmt auf das Album ein, es folgen die beiden exzellenten Vorabauskopplungen "Drive" sowie "Lights go out". Letzteres könnte man mit T-Rex meets the Pet Shop Boys beschreiben. Darauf folgt "It's not over", ein echter Kracher, der mich interessanterweise an einen Bananarama Song mit dem Titel "Give in to me" sowie streckenweise an die besseren Songs von Dannii Minogue erinnert. "Zerox Machine" ist eine Coverversion des Adam and the Ants Klassikern und kommt recht gitarrenlastig daher. "Someone to hurt" ist düster und meiner Meinung nach ebenfalls eine Annäherung an die legendare Gothic Band The Sisters of Mercy, ganz besonders bei lyrics wie "it just can't get any worse, I need somehone to hurt". "6 in the morning" is poppig und "dirty", perfekt als Soundtrack für spät (bzw. früh) heimkehrende Nachtschwärmer geeignet. Mit "Koeln" zollen Client Tribut an eine Stadt, welche den Mädels schon seit den Anfängen der Band ein loyales Stammpublikum beschert haben und wo Client öfters und gerne auftreten.
"Monkey on my back" ist ein gefällig Indie Pop Song und "Get your man" ist expressiv und wabert als knapp 3 minütiges Schlußlicht düster vor sich hin.
Für Puritaner der elektronischen Popmusik (ich schließe mich hierbei ein) ist das neue Album ein Abenteuer, auf das man sich einlassen muss. Diese Chance gebe ich Client gerne und bin mittlerweile begeistert von der Vielschichtigkeit des Albums und der professionellen und konsequenten Produktion, die sich durch den Longplayer zieht. "Heartland ist das bisher beste Client Album" verkündete Client A bereits seit letztem Jahr gegenüber allen Anfragern. Sie mag tatsächlich Recht haben und Client verdienterweise in Zukunft ein größeres Publikum bescheren. Zu wünschen und zu gönnen wäre es dem sympathischen Frauentrio aus England auf jeden Fall.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 8. März 2007 | | |
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